Neuberg

FDP Ortsverband Neuberg

Vorsitzende: Karoline Munk

k.munk@fdp-mkk.de

Telefon: 0176 43044271

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KOMMUNALWAHLPROGRAMM 2026
Frischer Wind für Neuberg — Gemeinsam Zukunft schaffen!

Neuberg ist unser zu Hause. Hier leben wir, hier wachsen unsere Kinder auf, hier engagieren wir uns in Vereinen, Ehrenamt und Feuerwehr. Wir wissen, was gut läuft – und wir sehen, wo es besser werden muss. Als FDP Neuberg stehen wir für eine Politik mit klarem Blick, gesunder Vernunft und Mut zur Veränderung. Wir glauben daran, dass eine Gemeinde dann stark ist, wenn sie ihren Bürgerinnen und Bürgern Freiheit lässt, ihnen zuhört und sie einbindet, statt sie mit Bürokratie zu bremsen. Wir wollen kein Neuberg auf Kosten zukünftiger Generationen. Keine Politik, die Probleme in die Zukunft verschiebt. Unser Anspruch ist es, verantwortungsvoll mit Steuergeldern umzugehen, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen ehrlich zu treffen – auch dann, wenn sie unbequem sind. Dieses Wahlprogramm zeigt, wofür wir stehen: Für solide Finanzen, eine leistungsfähige Verwaltung, eine lebendige Dorfgemeinschaft und eine Gemeinde, die ihre Potenziale nutzt, statt sie liegen zu lassen. Am 15. März 2026 entscheidet sich die zukünftige Ausrichtung Neubergs. Dieses Wahlprogramm steht für eine sachliche, liberale und verantwortungsvolle Kommunalpolitik.

Finanzen

Eine zukunftsfähige Gemeinde baut keine Schulden auf und lebt nicht auf Kosten zukünftiger Zeiten. Unsere Gemeinde muss daher wieder mit ihren finanziellen Mitteln auskommen. Dabei muss jede erdenkliche Möglichkeit genutzt werden, die Erhöhung kommunaler Abgaben und Steuern zu vermeiden. Eines unserer Ziele ist es dabei, die Grundsteuer B mittelfristig wieder zu senken.

Das bedeutet, dass Einsparungen sowohl im Großen als auch im Kleinen überall dort vorgenommen werden müssen, wo sie möglich und sinnvoll sind.

Einen wichtigen Punkt sehen wir hierbei in einer deutlichen Reduzierung der Verwaltung. Hierzu müssen Doppelstrukturen abgebaut, Prozesse automatisiert und Abläufe vereinfacht werden. Ein großes Potenzial sehen wir hierbei auch in einer sinnvoll genutzten vielleicht auch KI-basierten Digitalisierung. Zunächst gilt es aber, die in den letzten Jahren immer mehr ausgeuferte Bürokratie wieder auf das eigentlich erforderliche gesetzliche Maß zu reduzieren. So sind beispielsweise Antragsformulare so kurz wie möglich zu halten. Die Gemeinde sollte dabei keinerlei Informationen erheben, die für eine Entscheidung eines Sachverhaltes keine Rolle spielen. Ferner ist bei allen Gemeindesteuern zu prüfen, ob diese nicht letztlich mehr Verwaltung kosten, als sie an Einnahmen einbringen. Sollte dies der Fall sein, sind diese Steuern
abzuschaffen.

Auch gilt es auszuloten, an welcher Stelle durch einen Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit finanzielle Einsparungen erzielt werden können.

Da wir leider nicht dafür sorgen können, daß mehr von unseren Steuergeldern direkt in unserer Gemeinde bleibt, sondern nach wie vor große Summen zur weiteren Umverteilung an Kreis, Land und Bund abgeführt werden müssen, sind wir dafür, Fördergelder überall dort, wo wir sie sinnvoll einsetzen können, in vollem Umfang auszuschöpfen.

Infrastruktur

Wir wollen den Bauhof langfristig so umstrukturieren, dass viele Infrastruktur- und andere Baumaßnahmen in Eigenleistung der Gemeinde erbracht werden können. Dies ließe erhebliche Kosten einsparen.

Bei der ohnehin erforderlichen schrittweisen Erneuerung des Kanals sollte dabei auch in die Zukunft gedacht und wenn finanzierbar beispielsweise auf eine Trennung von Regen- und Schmutzwasser geachtet werden. Regenwasser als wertvolle Ressource würde dann langfristig sowohl von den Straßen als auch von Hausdächern in einen eigenen Kanal abgeführt. Die Kanäle sollten dabei so umgebaut werden, dass ein Übergabepunkt an der Grundstücksgrenze entsteht. Der Hauseigentümer könnte sein Regenwasser dort anbinden und somit seine Beiträge für das Niederschlagwasser reduzieren. Einen Anschluss- und Benutzungszwang darf es dabei natürlich nicht geben.

Zudem sollte geprüft werden, ob in Neuberg eine Bürgerenergiegesellschaft geschaffen werden kann, die die Gemeinde mit elektrischer und thermischer Energie versorgt und allen Bürgern zur Beteiligung offensteht.

Brand- und Katastrophenschutz

Wir stehen zu und hinter unserer Feuerwehr. Wer sich dort für uns alle engagiert verdient Dank und Respekt. Dinge, die die Feuerwehr braucht, sind daher selbstverständlich jederzeit zu gewährleisten. Zu Respekt gehört aber auch Ehrlichkeit und zur Ehrlichkeit gehört, dass ein neues Feuerwehrhaus unseren Ort in der aktuellen Situation finanziell überfordert und nach aktuellen Vorgaben auch nicht zwingend erforderlich ist. Solange sich die finanziellen Situation Neubergs nicht grundlegend
ändert, sprechen wir uns daher gegen den Bau einer neuen und stattdessen für die Stärkung der bereits vorhandenen Feuerwachen aus. Denkbar wäre dabei, die Wache in Ravolzhausen zum Ausbildungsstandort und Rüdigheim in einen Jugendstandort umzuwandeln und dann jeweils entsprechend auszubauen.

Ferner sollte der Katastrophenschutz stärker ins Auge gefaßt werden. Es ist zu prüfen, welche Dinge zur Erstversorgung der Bevölkerung bereits in ausreichendem Maße vorgehalten werden und was ohne große Kosten angeschafft und dauerhaft vorgehalten werden kann. Hier sollte auch eine klare Kommunikation zur Stärkung der Eigenverantwortung erfolgen.

Jugendarbeit

Unsere Jugendlichen brauchen mehr Gehör und Plätze, an denen sie sich entfalten können. Hier gilt es auf jeden Fall, unsere Jugend stärker einzubeziehen, beispielsweise durch Schaffung eines Jugendbeirates. Aber auch darüber hinaus gilt es bei der Planung von Jugendprojekten, wie beispielsweise eines Bauwagens oder einer Skateranlage unsere Jugendlichen vorab einzubeziehen und bei der Gestaltung soweit möglich aktiv mit heranzuziehen.

Ein freiwilliges soziale Jahr (FSJ) für Neuberg

Neuberg sollte mindestens eine FSJ-Stelle schaffen. Teile der Kosten werden dabei durch Förderung übernommen. Die Jugendlichen erhalten ein Taschengeld und nach wie vor gibt es mehr Bewerber für ein FSJ als Stellen. Diese Ressource sollte auch Neuberg für sich nutzen. Gleichzeitig könnte ein FSJler mehrere Stationen, wie Kindergarten, Jugendarbeit und Seniorenarbeit durchlaufen und so wichtige Einblicke in das Gesamtbild einer Gemeinde gewinnen.

Gemeindebus / Vereinsbus / Nahverkehr /KIRA

Wir sind für die Anschaffung eines kleinen 8-sitzigen Gemeindebusses. Auch hier gibt es verschiedenen Fördermodelle. Dieser soll zu festgelegten Zeiten Menschen mit Mobiltätseinschränkungen, wie beispielsweise vielen Senioren, Fahrten zum Einkaufen oder auch zum Hausarzt ermöglichen.

Ferner soll das Fahrzeug unseren ortsansässigen Vereinen für Vereinsfahrten zu Verfügung gestellt werden können.

Auch sind Teilnahmemöglichkeiten an Pilotprojekten zu autonom fahrenden Shuttelbussen zu prüfen. Diese werden aktuell in Langen und Egelsbach bereits durchgeführt (KIRA) und böten eine Möglichkeit, den öffentlichen Nahverkehr auch zu unsern Nachbarkommunen erheblich zu verbessern.

Gesundheitsfürsorge, Senioren

Neuberg braucht einen zweiten Hausarzt. Alternativ zum oft erwähnten Gesundheitszentrum sind wir offen für kleinere und schnellere Lösungen, die Einzelselbstständige finanziell nicht überfordern. Es wäre beispielweise denkbar, einen Hausarzt durch das Angebot eines vergünstigten Grundstückes zur Niederlassung mit Bau eines Einfamilienhauses mit integrierter Praxis zu bewegen.

Ferner befürworten wir die Einführung einer Gemeindeschwester/-pflegers. Hierdurch könnte gerade in den Fällen, in denen viele erstmal selbst verunsichert sind, unbürokratisch geholfen werden. Auch Akutsituationen, wie die plötzliche Erkrankung des pflegenden Angehörigen ließen sich dadurch abfedern.

Kinderbetreuung

Unsere Kindergärten müssen verläßlich sein und Orte, an denen sich unsere Kinder wohlfühlen. Die ausreichende Zahl der Kindergartenplätze ist dabei regelmäßig zu überprüfen und muss rechtzeitig an den jeweiligen Bedarf angepaßt werden, um jedem Kind einen Platz anbieten zu können. Dabei erscheint aus unserer Sicht die aktuelle Bedarfsplanung mit dem Neubau gleich zweier neuer Kindergärten allerdings angesichts der aktuellen Bevölkerungsentwicklung und einem nicht ausgelasteten Waldkindergarten eher überdimensioniert. Dies gilt es erneut zu prüfen und ggf.
anzupassen.

Eine Möglichkeit die Flexibilität hierbei zu erhöhen sehen wir auch in der stärkeren Unterstützung und Steigerung der Zahl unserer Tagesmütter.

Gleichzeitig sollte eine noch stärkere Kommunikation zwischen Gemeinde und Kreis erfolgen, damit seitens des Kreises auch beim Übergang in die Grundschule zuverlässig genügend Betreuungsplätze vorgehalten werden können.

Rathaus der offenen Türen

In einer kleinen Gemeinde wie Neuberg muss es zu den Öffnungszeiten der Gemeinde wieder generell möglich sein, auch ohne vorherige Terminvereinbarung Behördengänge zu erledigen. Terminvereinbarungen sollen zwar, um Wartezeiten vorzubeugen, weiterhin möglich aber nicht zwingende Voraussetzung sein.

Willkommenskultur für Selbstständige, Handwerker und Gewerbe

Neuberg braucht mehr Gewerbeflächen. Wir setzen uns daher für die Schaffung eines neuen Gewerbegebietes ein. Dabei ist auch auf eine gute verkehrstechnische Anbindung in Richtung Autobahn zu achten. Gewerbetreibende sollen aber nicht als reine Einnahmequelle angesehen werden, sondern sich in Neuberg auch willkommen und wertgeschätzt fühlen. Dies beginnt auch bei einer raschen Beantwortung von Anfragen oder Termingesuchen, wie auch der Ausschöpfung der rechtlichen Rahmenbedingungen bei Problemlösungen.

Transparenz politischer Entscheidungen

Verträge, Haushaltspläne und andere die Öffentlichkeit betreffende Unterlagen der Gemeinde sind uns Bürgern jederzeit offenzulegen. Die Zahl vertraulicher Ausschußsitzungen ist auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Auch sollte der Haushaltsentwurf bereits vor seiner Verabschiedung auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht werden. Das Gesetz kennt auf kommunaler Ebene nur wenige Fälle gesperrter Einsicht in Unterlagen der Gemeinden. Akteneinsicht sollte daher nicht erst in einem Ausschuß beantragt werden müssen, sondern jedem Bürger offenstehen.

Die Gemeidevertretersitzungen sollten ferner auch per Livestream verfolgt werden können. So hat jeder Bürger, unabhängig seiner persönlichen Mobilität, die Möglichkeit, sich politisch aus erster Hand zu informieren.

Landwirtschaft, Streuobstwiesen, Gärten und Klima

Neuberg wird auch von seinen landwirtschaftlichen Flächen, Streuobstwiesen, öffentlichen Grünflächen und (Klein)gärten geprägt. Sie prägen unsere Landschaft, sind wichtige Grundlage bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln und tragen auch vor Ort zu einem besseren Klima bei. Zudem erzielen die meisten Kleinäcker-, Gärten oder Steuobstwiesenbesitzer über die Flächen meist keinen oder kaum einen finanziellen Ertrag. Wir sind daher gegen die Anhebung der Grundsteuer A.

Auch sollte die Verdichtung unseres Ortes nicht weiter vorangetrieben werden, da dies sonst wie in den Städten in den Sommermonaten zu einer massiven Erwärmung führen kann. Öffentliche innerörtliche Grünflächen sind daher auszuweiten bzw. durch schattenspendende Bäume zu bepflanzen. Dies gilt insbesondere auch für unsere Spielplätze. Eine Einführung der Grundsteuer C, die darauf zielt, eine Verdichtung voranzutreiben, dabei aber durch die zusätzlichen Verwaltungskosten kaum Ertrag für die Gemeinde bedeutet, lehnen wir ab.

Die Dorfgemeinschaft stärken und stärker einbeziehen: Eine Gemeinde lebt von der Gemeinschaft, nicht die Gemeinschaft von der Gemeinde

Eine Gemeinde wie Neuberg muss wieder viel stärker ihre Potenziale nutzen und ihre Bürger mit einbeziehen. Durch Bürgerbeteilung, Eigenleistung und Eigeninitiative. Es gibt in Neuberg viele Menschen, die etwas für unseren schönen Ort bewegen und sich einbringen wollen. Diese Fähigkeiten sollten nicht brachliegen, sondern dankend
angenommen werden.

Hierdurch ließen sich in unserer Gemeinde gemeinsam viele gute Projekte verwirklichen ohne uns dabei finanziell zu übernehmen. Aufgabe der Gemeinde wäre es hierbei, den rechtlichen Rahmen zu schaffen, für unbürokratische Genehmigungen zu sorgen und auch entsprechende hierfür bereitstehende Fördermittel aus Land und
Bund zu generieren. Ein Baustein könnte auch die Gründung eines Fördervereins Neuberg sein.

Zu unseren Visionen würde dabei ein zentraler multifunktionaler Platz in der Dorfmitte gehören, an dem sich Neuberger aller Generationen verwirklichen und an dem im Sommer auch Kinoveranstaltungen, Theateraufführungen oder kleine Konzerte stattfinden können.

Aber auch kleinere gemeinsame Projekte beispielsweise bei der Gestaltung von Spielplätzen oder auch bei der Organisation gegenseitiger Unterstützung ließen sich hierdurch umsetzen.