FRAKTION: FDP analysiert Standorte für Gesundheitsakademie des MKK

BildungspolitikInfrastrukturpolitikLandkreis und KommunenWirtschaftspolitik17. März 2019

FDP analysiert Standorte für Gesundheitsakademie des MKK

– für die FDP-Kreistagsfraktion ist der Standort Gelnhausen am besten geeignet

„Schlussendlich zeigt sich, dass es eine gute Entscheidung gewesen ist, einen Wettbewerb unter den Kommunen für den Standort der Gesundheitsakademie des Main-Kinzig-Kreises durchzuführen. Das Verfahren ist enorm transparent und die vielen Bewerbungen zeigen, dass die Gesundheitsakademie eine sehr attraktive Einrichtung ist, die an vielen Standorten im Kreis herzlich Willkommen ist“, lobt der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete, Dr. Ralf-Rainer Piesold, die Entscheidung des Kreistags.

„In der vorgelegten Analyse der Kreisverwaltung, die am 13.03.2019 veröffentlicht wurde, wurden zum größten Teil Bauliches und nur zum kleineren Teil die verkehrliche Anbindung bewertet. Dabei kann man sich über Bewertungsdetails und die Gewichtung sicher en détail streiten. Was jedoch eindeutig und unbestreitbar ist, ist die Tatsache, dass bislang Niemand an die Menschen gedacht hat“, verweist Saß auf die offensichtliche Lücke in der bisherigen Bewertung.

Die FDP-Fraktion hat die bestehende Bewertung um diesen Faktor ergänzt und kommt somit zu dem eindeutigen Ergebnis, dass sich die Kreisstadt Gelnhausen für die Errichtung der Gesundheitsakademie als geeignetster Standort darstellt.

Die Fachkräfte, die in der Akademie ausgebildet werden sollen, werden zum großen Teil an den beruflichen Schulen in Gelnhausen vorqualifiziert und sind daher schon auf den Standort eingerichtet. Die Akademie würde in Gelnhausen nur 5-10 Minuten zu Fuß von den beruflichen Schulen entfernt errichtet werden, wenn Gelnhausen den Zuschlag erhielte.

„Zudem sind die Main-Kinzig-Kliniken und das Kreisruheheim für die Praxisausbildung ebenfalls fußläufig vom Gelnhäuser Akademiestandort zu erreichen. Wie man das, trotz der Präsentation von Bürgermeister Daniel Glöckner bislang ignorieren konnte, ist für mich unerklärlich“, drückt Saß seine Verwunderung zum Verfahren aus.

„Die Mitarbeiter und Lehrkräfte arbeiten aktuell zum größten Teil in Hanau und Gelnhausen. Um Personalengpässe zu vermeiden ist es wichtig, einen gut erreichbaren Standort zu wählen, der nicht zu weit vom Wohnort der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen entfernt ist. Schließlich haben sie sich mit ihren Wohnorten nach ihrem bisherigen Arbeitsplatz gerichtet“, ergänzt Dr. Piesold.

„Demnach wurden bislang die Belange von Personal und auszubildenden Fachkräften nicht ausreichend bedacht“, fassen die freien Demokraten Dr. Piesold und Saß zusammen. Auch drängt sich die Frage auf, ob nicht Synergien mit den beruflichen Schulen im Bereich der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern in Gelnhausen zusätzlich gehoben werden können. Der Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich ist ebenfalls groß und die bestehenden Einrichtungen längst an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt.

„Leider drängt sich der Eindruck auf, dass die Kreisverwaltung nur in Richtung eines Standortes schaut. Schon in ihrer Vorlage für den Kreistag hatte Landrat Stolz ausschließlich den Wächtersbacher Standort vorgeschlagen. Das Parlament hat dann das Verfahren durch einen Änderungsantrag geöffnet, erläutert Saß zur Historie. „Nun wurde scheinbar zu Gunsten ihres Favoriten und den Versprechungen im Vorfeld des Verfahrens bewertet“, analysiert Saß und ergänzt „Ich befürchte es gibt einen Deal mit Wächtersbach. Wächtersbach sollte die Sommerbühne bekommen, die bislang auf Grund hoher Unterhaltungskosten für die jeweilige Stadt oder Gemeinde keinen Standort gefunden hat. Im Gegenzug hilft der Kreis mit der Gesundheitsakademie an anderer Stelle aus. Anders kann ich mir nicht erklären wieso in der aktuellen Analyse so grundlegende und offensichtliche Faktoren, wie beispielsweise die betroffenen Menschen, einfach ignoriert werden.“

„Wir hoffen, dass der Kreis sich von seiner offensichtlichen Vorfestlegung befreit und wirklich schaut, welcher Standort nach objektiven Kriterien am besten geeignet ist“, schließt Saß.